
Vier sehenswerte Spots an Islands Südküste für einen Tag
Du musst in Island nicht jeden Tag die ganz große Nummer planen. Manchmal reichen eine Gletscherwanderung, ein Kakao-Stopp und ein paar kleine Abzweige, die erst unscheinbar wirken und am Ende genau den Reiz ausmachen. Warum das so gut funktioniert, liest Du hier.
Island hat unendlich viel zu bieten. Gerade deshalb finden wir es spannend, sich einzelne Tage genauer anzuschauen und zu sehen, welche Spots sich gut miteinander kombinieren lassen. Tag vier unserer Island-Reise ist dafür ein ziemlich gutes Beispiel. Wir erleben an diesem Tag eine Gletscherwanderung, trinken danach Kakao, halten an einem Wasserfall, freuen uns über einen halb überfluteten Parkplatz mehr als vermutlich vernünftig ist, landen kurz falsch an einer Baufirma und sehen in der Nacht sogar noch Polarlichter.
Für uns zeigt dieser Tag ziemlich gut, was Island so besonders macht: Man braucht nicht permanent die nächste riesige Attraktion, um etwas zu erleben. Wenn man ein Auto hat, kann man hier viele kleine Stopps anfahren, ohne stundenlang zu wandern oder sich komplett zu verausgaben. Genau das macht diesen Tag so angenehm. Ein großes Highlight, dazu ein paar gediegenere Spots, etwas Straße, etwas Spontanität und ständig das Gefühl, dass selbst der Weg schon Teil des Erlebnisses ist.
Das große Highlight: unsere Gletscherwanderung

Der Höhepunkt des Tages ist für uns ganz klar die Gletscherwanderung. So etwas haben wir vorher noch nie erlebt. Über riesige Eismassen zu laufen, diese Dimensionen vor sich zu haben und dabei zu merken, dass so eine Tour auch für Nicht-Kletterer gut machbar ist, bleibt einfach hängen. Wir haben darüber schon einen eigenen Beitrag geschrieben, aber auch hier gehört sie unbedingt in den Tag, weil sie der Anker für alles andere ist.
Genau so planen wir solche Tage in Island inzwischen auch gedanklich: ein fettes Highlight, auf das wir uns richtig freuen, und drumherum ein paar kleinere Stopps, die nicht viel Organisation brauchen. Das nimmt Druck raus und sorgt trotzdem dafür, dass man viel erlebt.
Kakao, Knoblauch-Pizzabrot und kurz durchatmen




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Nach der Tour führt es uns erst einmal zu einem kleinen Ort, an dem wir etwas essen und uns wieder aufwärmen können: ins Systrakaffi-Restaurant. Es gibt Kakao, Knoblauch-Pizzabrot und Kaffee, bevor es weitergeht. Solche Stopps mögen wir in Island besonders gern, weil sie den Tag erden. Nach Eis, Wind und Kälte sitzt man plötzlich wieder drinnen, wärmt die Hände an einer Tasse und schaut schon auf den nächsten Punkt auf der Karte.
Gerade wenn man in diesem Teil der Insel unterwegs ist, ist ein Auto aus unserer Sicht unverzichtbar. Man sitzt immer wieder eine Weile im Wagen, fährt von Spot zu Spot und sollte sich daran nicht stören. Mit ein paar Snacks im Auto und einem Abstecher in einen lokalen Supermarkt fühlt sich der Tag direkt weniger nach strengem Reiseplan und mehr nach einem entspannten Island-Tag an.
Der Stjórnarfoss und ein Parkplatz, der mehr kann, als man denkt





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Vom Restaurant sind es nur rund drei Autominuten bis zum Stjórnarfoss. Allein das macht den Spot schon interessant, wenn man in der Gegend unterwegs ist. Der Parkplatz ist kostenlos, an diesem Tag aber teilweise überschwemmt. Genau daraus entsteht für uns eines der kleinen Foto-Highlights des Tages.
Wir kommen auf die Idee, dort ein paar Bilder vom Auto zu machen. Natürlich nicht irgendwo wild im Gelände, sondern ganz harmlos auf dem Parkplatz. Mit dem richtigen Blickwinkel und der passenden Kameraeinstellung sieht es aber fast so aus, als wären wir gerade erst durch eine der typischen Furten Islands gefahren. Über diese Fotos freue ich mich fast kindlich. Sie wirken ein bisschen so, als kämen sie straight out of National Geographic. Oder zumindest fast.
Und genau das meinen wir mit Island: Selbst ein halb überfluteter Parkplatz kann plötzlich zu einem kleinen Erlebnis werden, wenn Licht, Landschaft und Stimmung zusammenpassen.
Ein Wasserfall ohne große Anstrengung
Danach überqueren wir die Straße und stehen schon vor Sehenswürdigkeit Nummer zwei des Tages: dem Stjórnarfoss. Der Wasserfall ist kein Ort, für den man eine halbe Expedition planen muss. Im Gegenteil. Er liegt direkt an der Straße, in der Nähe einer Brücke, ist schnell erreichbar und genau deshalb ein Spot, den man gut mitnehmen kann, wenn man ohnehin hier unterwegs ist.
Natürlich hat auch dieser Wasserfall viele Merkmale, die man aus Island kennt. Aber genau seine Bequemlichkeit macht ihn interessant. Man hält kurz an, läuft entspannt hin, schaut sich die kaskadenartigen Wassermassen an und kann trotzdem starke Eindrücke mitnehmen. Wir lassen die Drohne steigen, ärgern uns kurz darüber, dass die Akkus nicht vollständig geladen sind, und fliegen dann trotzdem den Flusslauf entlang. Aus der Luft wirken die kargen Felsen links und rechts des Wassers noch einmal ganz anders. Zu Fuß kommen wir bis ans steinige Flussbett heran und sind den Wassermassen ziemlich nah, bleiben dabei aber trocken.
Wenn man wenig Zeit hat oder nach einem aktiven Programmpunkt wie der Gletscherwanderung keinen langen Fußmarsch mehr möchte, ist der Stjórnarfoss genau so ein Stopp, den wir in Island wirklich empfehlen würden.
Kirkjugólf: eher Ernüchterung
Dann geht es wieder ins Auto. Der Wind ist kräftig, die Temperaturen lassen unsere Winter zu Hause ziemlich alt aussehen, und wir fahren weiter zum nächsten Spot. Der wirkt erst einmal unscheinbar, und fast übersehen wir ihn sogar. Die Damen unserer Gruppe verzichten an dieser Stelle, Robert und ich gehen trotzdem noch kurz los und schauen uns das Kirkjugólf Natural Monument an.
Der Name klingt erst einmal beeindruckend. Die Realität ist für uns dann aber eher ein Kontrast zu dem, was wir bis dahin an diesem Tag erleben. Ja, man sieht hier wieder typische Basaltsäulen, aber in diesem Fall wirken sie eher wie Fliesen im Boden als wie ein Ort, der einen wirklich umhaut. Nach dem Gletscher, dem Wasserfall und unserem kleinen Parkplatz-Moment fühlt sich das fast ein wenig ernüchternd an.
Das heißt nicht, dass der Spot komplett schlecht ist. Wenn man zufällig vorbeikommt, kurz anhält und sich die Beine vertreten will, ist das völlig in Ordnung. Wenn man ihn aber gezielt ansteuert und vorher schon andere, stärkere Naturhighlights gesehen hat, wird er ihnen aus unserer Sicht nicht ganz gerecht. Genau solche Unterschiede machen einen Reisetag für uns aber auch ehrlicher. Nicht jeder Ort muss automatisch fantastisch sein.
Falsch abgebogen, trotzdem gelohnt
Danach suchen wir den nächsten Spot in der Nähe und finden ihn absolut gar nicht. Stattdessen fahren wir an einer kleinen Baufirma vorbei, landen irgendwann vor einem abgesperrten Gelände und geben die Suche schließlich auf. Klingt erst einmal nach klassischem Griff daneben, gehört für uns in Island aber fast schon dazu.
Denn selbst dann lohnt sich der Stopp oft noch. Wir stehen irgendwo in der Pampa, die Sonne geht langsam runter und legt ein richtig starkes Licht auf unseren Mietwagen. Spätestens da ist der kleine Umweg wieder vergessen. Auch das ist für uns typisch Island: Selbst wenn man nicht genau dort landet, wo man hinwill, hat der Straßenrand oft noch genug zu bieten.
Zurück ins Restaurant und später noch Polarlichter




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Irgendwann meldet sich dann wieder der Hunger. Weil uns das Restaurant vom Anfang des Tages so gut gefallen hat und es in der Gegend ohnehin nicht gerade an Alternativen wimmelt, fahren wir einfach noch einmal zurück und essen dort Pizza und Burger.
Danach geht es zurück ins Hotel. Und selbst da ist der Tag noch nicht vorbei. In der Nacht wartet mit den Polarlichtern noch ein weiterer besonderer Moment auf uns. Sie sind zwar nur schwach zu sehen, aber eben sichtbar. Wir sehen in Island Polarlichter, machen ein paar Fotos und streichen das von unserer Bucket List.

Ein praktischer Tipp zum Schluss: Das Fosshotel Núpar ist für so etwas wirklich gut gelegen. Die Anlage ist so aufgebaut, dass die Chancen auf eine Sichtung ziemlich angenehm sind, und es gibt sogar einen Telefonservice, der auch nachts Bescheid gibt, wenn die Lichter stärker zu sehen sind. Gerade nach einem langen Tag ist das Gold wert.
Warum genau solche Tage in Island so gut funktionieren
Wenn wir aus diesem Tag etwas mitnehmen, dann das: In Island muss nicht jeder Tag aus einem einzigen übergroßen Programmpunkt bestehen. Oft funktioniert die Mischung besser. Ein starkes Highlight wie die Gletscherwanderung, dazu ein paar kleinere Stopps, für die man nicht viel laufen muss, und dazwischen einfach offen bleiben für das, was am Straßenrand auftaucht.
Genau darin liegt für uns an diesem Reisetag der Reiz. Nicht jeder Halt ist spektakulär. Nicht jeder Spot haut einen um. Aber selbst die kleinen Umwege, die windigen Parkplätze, die falschen Abbiegungen und die schnellen Stopps am Wasserfall machen den Tag am Ende rund. Und genau deshalb bleibt er uns so gut in Erinnerung.
Reisezeitraum: Vom 21.02.2025 bis zum 02.03.2025, Tag 4 (24.02.2025)
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