
Vatnajökull Gletscherwanderung: Eisschluchten und Eiswände
Du willst in Island mal wirklich auf Eis stehen, ohne dass du dafür ein Fitnessmonster sein musst? Bei der Vatnajökull Gletscherwanderung gibt’s Spikes, Offroad Bus und diesen Weißblau Moment zwischen Eiswänden.








Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.
Das ist ein Erlebnis, das ich wirklich jedem empfehle, der seine Füße auf die Insel aus Feuer und Eis setzt: eine geführte Gletscherwanderung.
Frühstück im Fosshotel Núpar
Wir stehen früh auf und schlagen beim reichhaltigen Frühstück im Fosshotel Núpar ordentlich zu. Island ist teuer, und genau deshalb ist dieses Frühstück für mich ein kleiner Trick fürs Reisebudget. Wenn es im Hotelpreis enthalten ist, wird es schnell zur wichtigsten Mahlzeit des Tages. Danach fühlt sich der Vormittag gleich entspannter an.
Ankommen, Ausrüstung, kurzer Reality Check
Gegen 10:00 Uhr stehen wir wieder auf dem Parkplatz am Vatnajökull. Hier startet auch unsere Tour. Wir bekommen die Ausrüstung für den Tag: Spikes, Helm und eine Spitzhacke.
Und ja, kurz hängt da diese Frage in der Luft: Ist das wirklich etwas für Schwangere? In unserer Gruppe sind zwei werdende Mamas dabei. Der Guide wirkt ruhig, erklärt den Ablauf, die Route und dass wir auf einer gut begangenen Strecke unterwegs sind. Das nimmt spürbar Druck raus.
Offroad Bus Richtung Eis
Dann geht es in einen Offroad Linienbus. Erst rollen wir entspannt über die Straße, Richtung Küste, ungefähr in Richtung Diamond Beach. Und irgendwann biegt der Bus einfach links in die karge Landschaft ab.
Ab da fühlt sich die Fahrt schon wie ein eigenes kleines Abenteuer an. Es geht hoch, runter, in jede Neigung, die man sich vorstellen kann. Ich bin ehrlich: Ich bin froh, nicht selbst am Steuer zu sitzen.
Vom Vulkangestein aufs weißblaue Eis
Wir laufen erst zu Fuß weiter. Unter den Schuhen knirscht Vulkangestein, dann verändert sich der Untergrund langsam. Das Dunkle weicht diesem unwirklichen Weißblau, und plötzlich steht man vor einer Eiswelt, die auf Fotos oft fast künstlich wirkt.
Ab hier heißt es: Spikes an.
Was man von der Straße aus der Entfernung sieht, fühlt sich auf dem Eis noch einmal ganz anders an. Diese massiven Eismassen türmen sich auf, mit Kanten, Spitzen und Formen, die aussehen, als hätte sie jemand gebaut. Und dabei ist das hier einfach Natur.
Eisschluchten, Eiswände und ein Moment zum Staunen
Wir gehen als Gruppe trittsicher Richtung Gletscherschluchten. Es gibt Eistreppen, knirschendes Eis, und links und rechts von uns ist erst einmal nur Eis.
Der stärkste Moment ist für mich eine Eisschlucht, in der sich links und rechts ungefähr zehn Meter hohe Eiswände aufbauen. Man läuft da durch wie in einem Gang aus gefrorenem Licht. Dieses Weißblau wirkt nicht wie Schnee, nicht wie normales Eis. Es ist eine eigene Farbe.
Weiter oben am Hang sehen wir diese spitzen Eissplitter und Gebilde, mehrere Meter hoch. Dorthin laufen wir nicht, weil es deutlich riskanter wirkt. Ich finde das gut. Die Tour fühlt sich insgesamt sicher geführt an, ohne dass es langweilig wird.
An ein paar Stopps erzählt der Guide auch, wie sehr man am Gletscher die Erderwärmung sieht. Bereiche, die früher viel weiter nach unten reichen, liegen heute deutlich zurück. Das ist kein erhobener Zeigefinger, eher ein nüchterner Fakt, der auf dem Eis plötzlich sehr real wirkt.
Mein Kamera Moment und warum Handschuhe Pflicht sind
Ich filme natürlich alles mit meiner 360 Grad Kamera. Und weil ich ein absoluter Profi bin, werfe ich sie erst einmal direkt über die Gruppe hinweg weg. Zum Glück landet sie nicht dort, wo sie wirklich weg wäre. Immerhin entsteht dabei ein ziemlich lustiges Video.
Ein Tipp, den ich nach der Tour wirklich jedem gebe: Handschuhe einpacken. Man hält die Spitzhacke die ganze Zeit in der Hand, und die Hände in die Taschen zu stecken ist keine gute Idee. Dazu kommt: Auf dem Eis ist es windig und frisch. Zwiebellook funktioniert hier perfekt, weil man je nach Wind und Bewegung schnell zwischen kalt und angenehm wechselt.
Ablauf, Schwierigkeit und was du realistisch erwarten kannst
Die Gruppe ist bei uns ungefähr 15 Personen groß, die Tour findet auf Englisch statt. Wir stehen etwa von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr wirklich auf dem Eis. Insgesamt sind wir rund zweieinhalb Stunden unterwegs.
Wir erwarten anfangs, dass es rutschiger wird, schließlich ist es Eis. Mit den Spikes ist das Gefühl aber überraschend stabil. Es gibt keine überanstrengenden Steigungen und keine Passagen, die mich körperlich an Grenzen bringen. Ein besonderes Fitnesslevel ist nicht nötig. Du solltest nur normal gut zu Fuß sein und dich draußen wohlfühlen.
Weil zwei werdende Mamas dabei sind und das vorher angesprochen ist, läuft die Gruppe etwas langsamer als sonst. Das Tempo passt sich also an, ohne dass es sich nach Sonderbehandlung anfühlt. Pausen gibt es ganz normal.
Gletscherhöhle und ein kleiner Dämpfer
Eigentlich wollen wir auch noch in eine Gletscherhöhle. Das klappt an dem Tag nicht, weil es zu gefährlich ist oder die Höhle schon so weit abgeschmolzen ist. Das ist kurz ein Dämpfer, gerade weil man sich darauf freut. Gleichzeitig passt es erschreckend gut zu dem, was wir unterwegs über den Rückzug des Eises hören.
Mein Fazit für alle, die Island erleben wollen
Am Ende steht dieses Gefühl: Ich bin wirklich auf einem Gletscher gewandert.
Und das Beste ist, dass es sich spektakulär anfühlt, ohne dass es sportlich extrem sein muss. Wir testen Helme und Spitzhacken nicht wirklich aus, und genau das macht die Tour für viele so zugänglich. Wenn du in Island unterwegs bist und Lust auf ein Erlebnis hast, das sofort nach Abenteuer aussieht, aber machbar bleibt, dann ist eine geführte Gletscherwanderung am Vatnajökull für mich ein ziemlich sicherer Volltreffer.
Zur Einordnung: Wir buchen die Tour als Teil eines Angebots über Tourlane, den Einzelpreis kenne ich nicht. Wenn du ähnliche Pakete buchst, lohnt es sich, vorher zu fragen, ob Ausrüstung, Gruppengröße und Dauer wirklich so sind, wie du es erwartest.
Reisezeitraum: Vom 21.02.2025 bis zum 02.03.2025, Tag 4 (24.02.2025)
Mehr Lust auf Island? Dann sieh Dir auch diese Beiträge an!
Vatnajökull Gletscherwanderung: Eisschluchten und Eiswände
Du willst in Island mal wirklich auf Eis stehen, ohne dass du dafür ein Fitnessmonster sein musst? Bei der Vatnajökull Gletscherwanderung gibt’s Spikes, Offroad Bus und diesen Weißblau Moment zwischen Eiswänden.
Svartifoss und Diamond Beach: Basaltsäulen, waagerechter Regen und labberige Pommes
Du kennst das bestimmt, wenn Island deine Pläne einfach wegweht. Statt Gletschertour gab es bei uns waagerechten Regen und Montagsmaler an beschlagenen Autoscheiben. Warum der Tag zwischen Basaltsäulen, funkelnden Eisbrocken und labberigen Pommes trotzdem genau richtig war, erfährst du hier.
Gischt, teure Snacks und weite Landschaft: Unser Roadtrip zum Seljalandsfoss
Stell dir vor, du stehst hinter einem gewaltigen Wasservorhang und plötzlich dreht der Wind. Du bist klatschnass, aber glücklich. Ich nehme dich mit zum Seljalandsfoss, erzähle dir vom Schreck um ein verlorenes Handy und warum 25 Euro im Supermarkt schneller weg sind, als du gucken kannst. Komm mit auf die wilde Seite Islands.
E-Roller, Keramik und die beste Zimtschnecke: So holst du alles aus deinem Tag in Reykjavík raus
Du planst deinen Island-Roadtrip? Egal ob Sonne oder Regen, nimm dir Zeit für Reykjavík. Ich zeige dir, wo du die schönste Keramik findest, wie du Architektur perfekt fotografierst und warum E-Roller die Rettung sind. Komm mit auf eine ehrliche Runde voller Zimtschneckenduft und Atmosphäre!


