
Zum Eldborg-Krater durch Lavafeld und Lavahöhlen
Du läufst beim Eldborg nicht einfach kurz zu einem Krater. Du kämpfst Dich durch moosiges Vulkanfeld, Wind und Regen und stehst am Ende an einem Ort, der anders wirkt als viele bekannte Spots in Island. Warum gerade diese Wanderung hängen bleibt, liest Du im Beitrag.








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Gestern schneit es noch wie wild, heute sieht die Welt schon wieder anders aus. Viel von dem Schnee ist über Nacht weggetaut, weil es geregnet hat. Grau ist es trotzdem noch, aber wir sind im Urlaub.
Nach dem Frühstück fahren Robert und ich los. Unser Ziel ist der Eldborg-Krater. Er gehört zum Vulkansystem Ljósufjöll und ist damit Teil einer Landschaft, die überhaupt erst durch Vulkanismus so geworden ist, wie sie heute aussieht. Der Krater selbst ist aber nicht erst gestern entstanden. Seine letzte Eruption liegt ungefähr 5000 bis 6000 Jahre zurück. Trotzdem ist es ein komisches Gefühl, dorthin zu wandern. Allein der Gedanke, dass hier mal flüssiges Gestein aus der Erde kam, reicht ja schon.
Wir fahren eine Weile mit dem Toyota durch die raue Landschaft, bis wir irgendwann an der Straße stehen bleiben. Einen richtigen Parkplatz gibt es hier nicht, aber man kann das Auto gut am Straßenrand abstellen. Als wir aussteigen, fegt der Wind direkt über uns drüber und reißt fast die Türen aus der Hand. Da weiß man direkt wieder, in welchem Land man unterwegs ist.
Über das moosbewachsene Vulkanfeld zum Eldborg-Krater
Den Weg, den wir uns vorher bei Komoot rausgesucht haben, erkennen wir erst mal nicht wirklich. Rein theoretisch müssen wir einfach ungefähr 90 Grad von der Straße weg in die Pampa. Oder eher in ein moosbewachsenes Vulkanfeld.
Genau das macht diese Wanderung besonders. Und auch ein bisschen unangenehm. Es fühlt sich stellenweise falsch an, dort zu laufen, weil man die Natur nicht unnötig stören will. Gleichzeitig ist einfach kein klarer Weg zu erkennen. Also tasten wir uns langsam vor, Schritt für Schritt, über die Steine. Dabei rutscht man auch mal mit dem Schuh in kleine Spalten zwischen den Felsen. Spätestens da merkt man, dass diese Tour nicht wegen der Steigung anspruchsvoll ist, sondern wegen dem Untergrund.
Festes Schuhwerk ist hier wirklich Pflicht. Nicht als übertriebener Wandertipp, sondern ganz praktisch. Mit normalen Schuhen hätte ich darauf keine Lust. Irgendwann erkennen wir dann auch die Markierungen: aufeinandergestapelte Steine, also Steine, die zumindest ein bisschen absichtlich aussehen und nicht wie die restlichen Millionen Steine um uns herum.
Allein unterwegs auf einer eher unbekannten Vulkanwanderung
Zwischendurch fängt es wieder an zu regnen. Genau dieses Wetter macht die Tour für mich am Ende aber auch aus. Sturm, Regen, Schnee, kalte Luft, nasse Steine. Dieses Gefühl, in Island unterwegs zu sein und eben nicht bei 18 Grad und Sonne gemütlich über einen ausgebauten Weg zu laufen.
Dazu kommt, dass wir auf der ganzen Wanderung niemanden treffen. In knapp zwei Stunden sehen wir keinen einzigen Menschen. Das hat schon was. Gerade bei einer Tour zu einem Vulkan. Es fühlt sich dadurch nicht an wie einer dieser Spots, an denen man kurz aussteigt, ein Foto macht und wieder weiterfährt. Für den Eldborg muss man erst mal ein bisschen was investieren, und genau das macht die Wanderung irgendwie ursprünglicher.
Der Weg ist hier fast genauso wichtig wie der Krater selbst.
Am Kraterrand des Eldborg in Island

Nach ungefähr zwei Kilometern kommen wir am Krater an. Die Strecke ist nicht lang, zieht sich aber mehr, als man vorher denkt. Ab da geht es nur noch hoch. Wir kraxeln bis an den Rand und können von oben tatsächlich bis auf den Grund schauen. Anders als zum Beispiel am Kerid-Krater wirkt das hier deutlich roher.
Oben pfeift der Wind noch mal stärker. Trotzdem ist das genau der Moment, für den sich die Tour lohnt. Nicht, weil es spektakulär inszeniert wäre, sondern weil man da oben merkt, was für eine Landschaft das eigentlich ist. Zu wissen, dass hier mal flüssiges Gestein geflossen ist, macht schon etwas mit einem. Man merkt einfach, wie alt diese Welt ist und wie wenig sie sich für uns interessiert.
Wir machen ein paar Selfies, drehen ein paar Clips für Social Media und schauen in den Krater. Dann kommt sogar kurz die Sonne raus. Passt in Island ja immer nur so halb, aber genau deshalb bleibt es hängen.
Lavahöhlen und hohle Tunnel auf dem Rückweg

Das war es aber noch nicht ganz. Auf dem Rückweg laufen wir an Lavahöhlen vorbei und über Stellen, die verdächtig hohl klingen. Da bekommt die Wanderung noch mal eine andere Stimmung. Nicht im Sinne von völlig gefährlich, aber doch so, dass man merkt: Das hier ist keine Runde, bei der man gedankenlos durchspaziert wie auf einem Waldweg in Deutschland.
Auf dem Hinweg haben wir genug gelernt und finden jetzt deutlich entspannter zurück. Sobald man einmal verstanden hat, wie diese Steinmarkierungen funktionieren, läuft es sich viel einfacher.
Heiße Quelle nach der Eldborg-Wanderung
Eigentlich wollen wir danach noch zu einer natürlichen heißen Quelle in der Nähe. Mit den schwangeren Damen in der Gruppe wäre das an dem Tag aber keine gute Idee gewesen. Zu umständlich und am Ende auch einfach zu heikel.
Eine kleine Geschichte nehme ich trotzdem noch mit, weil ich barfuß durch einen eiskalten Bach laufen muss. Nicht, weil das vernünftig ist, sondern weil es in dem Moment eben dazugehört.
Zurück an der Ferienwohnung setzen wir uns dann in die aufbereitete heiße Quelle, später noch ins Eisbad. Nach Wind, Regen und Vulkanfeld ist das schon eine ziemlich gute Belohnung. Daran könnte man sich wirklich gewöhnen.
Entdecke die Route auch auf Komoot
Reisezeitraum: Vom 21.02.2025 bis zum 02.03.2025, Tag 8 (28.02.2025)
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