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Breiter Blick auf den Öxarárfoss mit verschneiten Felsen und fließendem Wasser im winterlichen Þingvellir-Nationalpark

Snæfellsnes im Winter: Was dich unterwegs erwartet

Du fährst mit uns durch Schnee, rutschige Stopps und einen Krater, der im Winter nicht ganz liefert, bis am Ende dieses Ankommen wartet, das man nach einem langen Reisetag braucht. Warum uns die Snæfellsnes-Halbinsel trotzdem direkt gepackt hat, liest Du im Beitrag.

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Fast die letzte Station auf unserer Reise bricht an, denn wir machen uns auf den Weg auf die Snæfellsnes-Halbinsel. Nicht ohne Grund wird sie oft als Island im Kleinformat beschrieben. Auf engem Raum soll es hier nochmal vieles von dem geben, was Island ausmacht. Im Nachhinein können wir das schon so unterschreiben.

Damit die Fahrt etwas angenehmer wird, bauen wir unterwegs noch ein paar Stopps ein. Es ist aber schnell klar: Dieser Tag ist vor allem ein Reisetag. Nicht jeder Halt sitzt, aber genau das gehört auf so einer Tour eben auch dazu.

Kerið-Krater im Winter

Wir starten bei tiefem Schnee in Flúðir und fahren zunächst zum Kerið-Krater. Der Zugang ist kostenpflichtig, und genau das macht den Stopp für mich im Winter etwas schwierig.

Ich bin ehrlich: Ich finde Island ohne Schnee oft schöner, und am Kerið-Krater merkt man das direkt. Das, was den Ort für viele besonders macht, nämlich das türkisfarbene Wasser im Krater, fehlt unter der Schneedecke fast komplett. Natürlich ist es trotzdem nicht nichts. Man steht immerhin an einem ehemaligen Vulkankrater, und das allein hat schon etwas. Aber bei uns bleibt eher dieses Gefühl von: ja, nett, aber mehr auch nicht.

Dazu kommen rund 5 Euro Eintritt, und das wirkt in dem Fall schon recht happig. Gerade im Winter würde ich deshalb sagen: Der Kerið-Krater lohnt sich eher dann, wenn man auch wirklich etwas von seinen Farben sieht.

Was den Stopp trotzdem trägt, ist die Gruppe. Die Stimmung bleibt gut, wir quatschen, sind zusammen unterwegs und merken mal wieder, wie wichtig die Menschen auf so einer Reise sind. Gerade an Orten, die einen selbst nicht komplett abholen, fällt das umso mehr auf.

Öxarárfoss und Lögberg im Þingvellir-Nationalpark

Deutlich mehr gibt uns dann der nächste Halt im Þingvellir-Nationalpark, genauer gesagt am Öxarárfoss und rund um den Lögberg. Hier kommen auch wieder unsere Umschnall-Spikes zum Einsatz, denn am Wasserfall ist einiges los und der Schnee wird auf den Wegen ordentlich glatt getreten. Für die schwangeren Frauen in unserer Gruppe ist der zusätzliche Grip auf jeden Fall wichtig.

Am Öxarárfoss wird die Stimmung bei mir auch wieder besser. Der Wasserfall ist leicht erreichbar, sieht gut aus und ist auf so einer langen Etappe einfach ein dankbarer Stopp. Kein Ort, für den man riesig kämpfen muss, sondern einer, den man recht unkompliziert mitnehmen kann.

Es ist ordentlich kalt, der Weg ist stellenweise rutschig, und genau das sorgt in der Gruppe auch wieder für diese leicht chaotische Stimmung, die am Ende oft mehr hängen bleibt als der Ort selbst. Für alle, die nicht schwanger sind, ist das teilweise eher lustig als anstrengend.

Für Fotos gefällt mir die Ecke trotzdem sehr. Schnee, dunkle Felsen und das klare Wasser sehen fast aus wie ein Schwarzweißbild. Mein Tipp für alle, die gern fotografieren: Wenn die Holzstege oder Trittstufen mit ins Bild kommen, gibt das oft genau den kleinen Farbakzent, der dem Foto noch etwas mehr gibt.

Danach geht es weiter zum Lögberg, einem geschichtsträchtigen Ort im Þingvellir-Nationalpark. Hier werden früher die Gesetze vorgetragen, und zugleich liegt die Gegend in einer Landschaft, in der die nordamerikanische und die eurasische tektonische Platte sichtbar auseinanderdriften. Als wir dort ankommen, beginnt es wieder ordentlich zu schneien. Das kann zwar gut aussehen, nimmt der Landschaft in unserem Fall aber auch etwas. Man sieht schlicht weniger von dem, was den Ort eigentlich ausmacht.

Trotzdem lohnt sich der Halt als Pause auf der Fahrt. Man kann hier gut über die Wege laufen, auch wenn Spikes an einigen Stellen wieder sinnvoll sind. Wir machen noch einen kleinen Abstecher zum See, während Stella und Gerit ins Visitor Center gehen. Dabei sehen wir ein paar Menschen in Neoprenanzügen im Wasser treiben. In dieser verschneiten Kulisse wirkt das kurz ziemlich schräg.

Ankommen auf der Snæfellsnes-Halbinsel

Nach rund zwei Stunden heißt es dann wieder: ab ins Auto. Wir machen die restlichen Kilometer und kommen am Abend an unserem vorletzten Stopp in Island an, auf der Snæfellsnes-Halbinsel.

Die Ankunft in unserer Ferienwohnung fühlt sich direkt gut an. Als wir reinkommen, riecht es nach Holz, drinnen ist es warm und draußen ist einfach fast nichts. Genau diese Mischung macht in dem Moment viel aus.

Dazu kommt noch etwas, worüber wir uns nach dem Reisetag wirklich freuen: Eine heiße Quelle gehört auch dazu, und in der Off-Season dürfen wir sie sogar kostenlos nutzen. Das tut in dem Moment einfach richtig gut.

Am nächsten Tag zeigt die Snæfellsnes-Halbinsel dann direkt, dass hier noch einiges wartet. Robert und ich gehen bei Sturm und leichtem Regen wandern, laufen über Vulkangestein und an ausgehöhlten Lavatunneln vorbei. Spätestens da merken wir, dass der letzte Teil unserer Island-Reise nochmal seinen ganz eigenen Charakter hat.


Reisezeitraum: Vom 21.02.2025 bis zum 02.03.2025, Tag 7 (27.02.2025)

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