
Unsere Island-Reise im Winter: Route, Eindrücke und was wir daraus mitnehmen
Du planst einen Island Roadtrip im Winter? Dann rechne mit Regen, teuren Snacks, rutschigen Straßen und Plänen, die nicht aufgehen. Genau daraus wurde bei uns aber eine Reise, die hängen bleibt. Von Reykjavík bis Snæfellsnes, mit Gletscher, heißen Quellen und genug „gut, dass wir angehalten haben“-Momenten.
Island im Winter macht nicht einfach das, was im Reiseplan steht. Mal regnet es quer, mal wird eine Tour wegen Sturm abgesagt, mal rutscht das Auto auf einer Straße weiter, als einem lieb ist.








Wir waren vom 21. Februar bis zum 2. März 2025 auf Island unterwegs. Zu viert, mit Mietwagen, zwei schwangeren Frauen in der Gruppe und dem Plan, vor allem den Süden und Westen der Insel zu sehen. Keine komplette Ringstraße, kein „wir müssen alles abhaken“-Programm. Eher eine Route, die genug zulässt, wenn das Wetter wieder eigene Ideen hat.
Unsere Route in kurz
Gestartet sind wir in Reykjavík. Danach ging es an die Südküste, weiter in die Gegend rund um den Vatnajökull, später nach Flúðir, zum Eldborg-Krater und am Ende auf die Snæfellsnes-Halbinsel.
Kurz gesagt:
Reykjavík → Seljalandsfoss → Fosshotel Núpar → Svartifoss → Diamond Beach → Vatnajökull → Flúðir → Secret Lagoon → Eldborg → Snæfellsnes → Keflavík
Für unsere erste Island-Reise im Winter hat diese Route gut gepasst. Wir haben viel gesehen, ohne die komplette Insel in zehn Tage pressen zu müssen. Trotzdem war schnell klar: An manchen Orten hätten wir gern mehr Zeit gehabt.
Die Stationen, kurz angerissen
Reykjavík war unser Einstieg. Ein bisschen Stadt, Kaffee, Zimtschnecken, Harpa, Hallgrímskirkja und das Gefühl, erst einmal auf Island anzukommen. Beim nächsten Mal würden wir hier mehr Zeit einplanen.
An der Südküste wurden wir dann direkt ordentlich nass. Der Seljalandsfoss war unser erster großer Wasserfallmoment. Später standen wir an einem schwarzen Strand, allerdings nicht an dem, den wir eigentlich geplant hatten. Falsch gelandet, trotzdem nicht schlecht.
Rund um den Vatnajökull lief nicht alles nach Plan. Unsere Gletscherwanderung wurde wegen Sturm verschoben. Dafür kamen Svartifoss und Diamond Beach dazu. Am nächsten Tag standen wir dann doch mit Spikes auf dem Gletscher. Das war einer der Momente, die von der Reise wirklich hängen bleiben.
Die Fahrt nach Flúðir war eigentlich nur als Strecke gedacht. Am Ende wurde daraus ein eigener Reisetag mit Fossálar, Dverghamrar, dem Fjaðrárgljúfur Canyon und dem Sólheimasandur Flugzeugwrack. Genau deshalb macht ein Mietwagen auf Island so viel Sinn. Man hält eben doch ständig irgendwo an.
Dazwischen gab es Tomatensuppe im Gewächshaus bei Friðheimar, warmes Wasser in der Secret Lagoon, eine Wanderung durch moosbewachsenes Vulkanfeld zum Eldborg-Krater und am Ende die Snæfellsnes-Halbinsel mit Robben, schwarzer Kirche, Schnee, Wellen und Leuchttürmen.
Das war in zehn Tagen ziemlich viel. Nicht alles davon war bequem. Nicht alles war gleich stark. Aber als Mischung hat es für uns funktioniert.








Was gut war
Unsere Route war für den Winter sinnvoll. Wir mussten nicht einmal um die ganze Insel, hatten aber trotzdem sehr unterschiedliche Landschaften dabei. Stadt, Südküste, Gletscher, heiße Quellen, Vulkanfeld, Halbinsel. Das reicht locker für eine erste Island-Reise.
Gut war auch, dass wir nicht jeden Tag nur einen großen Programmpunkt hatten. Manchmal war die Gletscherwanderung der klare Anker. Manchmal waren es mehrere kleine Stopps, die zusammen den Tag gut gemacht haben.
Gerade mit zwei schwangeren Frauen in der Gruppe war das wichtig. Wir konnten viel sehen, ohne jeden Tag komplett an die Grenze zu gehen. Island funktioniert auch ohne lange Wanderungen, wenn man die Route passend legt.
Was genervt hat
Island ist teuer. Das weiß man vorher, aber vor Ort nervt es trotzdem. Ein paar Snacks, Parken, Essen unterwegs, Kleinkram — alles kostet mehr, als man aus Deutschland gewohnt ist. Beim nächsten Mal würden wir mehr Basics von zu Hause mitnehmen.
Das Wetter war ebenfalls kein Nebenthema. Sturm kann Touren kippen. Regen kann Wege unangenehm machen. Schnee kann Straßen rutschig machen. Man sollte im Winter nicht so planen, als wäre jeder Tag sicher nutzbar.
Und manche Orte brauchen mehr Zeit, als Google Maps vermuten lässt. Besonders auf Snæfellsnes hätten zwei Tage besser gepasst. Ein Tag geht, aber dann wird es schnell ein Abwägen: kurz halten, weiterfahren, nächster Stopp.
Für wen Island im Winter passt
Island im Winter passt nicht, wenn du jeden Tag gutes Wetter, trockene Kleidung und einen festen Ablauf brauchst. Dafür ist es zu unberechenbar.
Es passt, wenn du Roadtrips magst, gern draußen bist und auch dann aussteigst, wenn es gerade nicht besonders gemütlich aussieht. Man muss Wetter nicht romantisieren. Regen bleibt Regen. Wind bleibt nervig. Aber manchmal steht man genau deshalb an Orten, die man später nicht so schnell vergisst.
Für Fotos ist Island im Winter dankbar, aber auch anstrengend. Das Licht kann gut sein, dann wieder für Stunden verschwinden. Manchmal hat man fünf Minuten, in denen alles passt. Danach ist wieder grauer Himmel. Damit muss man leben.
Unser Fazit
Unsere Island-Reise war nass, kalt, teuer und manchmal umständlich. Sie war aber auch genau die Reise, die wir wollten.
Wir standen hinter einem Wasserfall, liefen über einen Gletscher, sahen Eisbrocken auf schwarzem Sand, saßen in heißen Quellen, beobachteten Robben, wanderten über Vulkanfelder und sahen nachts schwache Polarlichter über dem Hotel.
Wenn ich an die Reise zurückdenke, sind es aber nicht nur diese einzelnen Orte. Es ist mehr dieses Gefühl, ständig zwischen „boah, ist das gerade nervig“ und „gut, dass wir ausgestiegen sind“ zu wechseln.
Man sitzt im Auto, draußen kommt wieder irgendeine Mischung aus Regen, Schnee und Sonne runter, und eigentlich hat keiner richtig Lust, die Jacke schon wieder anzuziehen. Dann macht man es doch. Und manchmal steht man fünf Minuten später an einem Wasserfall, an einer Küste oder vor einem Stück Eis auf schwarzem Sand und weiß, warum.
Island hat bei uns nicht funktioniert, weil alles glatt lief. Es hat funktioniert, weil selbst die ungeplanten Teile zur Reise gehört haben.
Wenn du einen Island Roadtrip im Winter planst, würde ich dir vor allem das mitgeben: Plane deine Route, aber plane sie nicht zu eng. Nimm dir weniger vor, als auf der Karte machbar aussieht. Pack gute Kleidung ein. Fahr vorsichtig. Und sei nicht beleidigt, wenn Island deinen Plan ignoriert.
Mehr Lust auf Island? Dann sieh Dir auch diese Beiträge an!
Unsere Island-Reise im Winter: Route, Eindrücke und was wir daraus mitnehmen
Du planst einen Island Roadtrip im Winter? Dann rechne mit Regen, teuren Snacks, rutschigen Straßen und Plänen, die nicht aufgehen. Genau daraus wurde bei uns aber eine Reise, die hängen bleibt. Von Reykjavík bis Snæfellsnes, mit Gletscher, heißen Quellen und genug „gut, dass wir angehalten haben“-Momenten.
Ein Tag auf Snæfellsnes mit Robben, Schnee und hohen Wellen
Du hast nur einen Tag auf Snæfellsnes? Dann nimm warme Sachen mit, fahr langsam und steig trotzdem aus. Robben, schwarze Kirche, rutschige Straßen und Wellen, die man nicht kleinreden kann. Genau darum geht es in diesem Beitrag.
Zum Eldborg-Krater durch Lavafeld und Lavahöhlen
Du läufst beim Eldborg nicht einfach kurz zu einem Krater. Du kämpfst Dich durch moosiges Vulkanfeld, Wind und Regen und stehst am Ende an einem Ort, der anders wirkt als viele bekannte Spots in Island. Warum gerade diese Wanderung hängen bleibt, liest Du im Beitrag.
Snæfellsnes im Winter: Was dich unterwegs erwartet
Du fährst mit uns durch Schnee, rutschige Stopps und einen Krater, der im Winter nicht ganz liefert, bis am Ende dieses Ankommen wartet, das man nach einem langen Reisetag braucht. Warum uns die Snæfellsnes-Halbinsel trotzdem direkt gepackt hat, liest Du im Beitrag.
Secret Lagoon oder Blue Lagoon? Unser Island-Vergleich
Du überlegst, ob auf Island wirklich immer die Blue Lagoon sein muss? Nach Gullfoss, Geysir und Friðheimar landen wir abends in der Secret Lagoon in Flúðir und merken schnell, warum sich dieser Stopp für uns deutlich richtiger angefühlt hat als der große Name.
Friðheimar in Island: Tomatensuppe im Schnee
Du fährst durch Schnee und stehst vor diesem Gewächshaus bei Flúðir, aus dem warmes Licht nach draußen fällt. Eigentlich geht’s nur um Tomatensuppe. Aber genau so ein Stopp kann in Island länger hängen bleiben, als man vorher denkt.
Von Núpar nach Flúðir wollten wir eigentlich nur fahren und hatten am Ende Wasserfall, Canyon und Flugzeugwrack dabei
Du bist auf der Strecke von Núpar nach Flúðir unterwegs? Dann gibt es ein paar Spots, die Du nicht einfach vorbeiziehen lassen solltest. Welche sich wirklich lohnen und wo wir uns verschätzt haben, liest Du im Beitrag.
Vier sehenswerte Spots an Islands Südküste für einen Tag
Du musst in Island nicht jeden Tag die ganz große Nummer planen. Manchmal reichen eine Gletscherwanderung, ein Kakao-Stopp und ein paar kleine Abzweige, die erst unscheinbar wirken und am Ende genau den Reiz ausmachen. Warum das so gut funktioniert, liest Du hier.
Vatnajökull Gletscherwanderung: Eisschluchten und Eiswände
Du willst in Island mal wirklich auf Eis stehen, ohne dass du dafür ein Fitnessmonster sein musst? Bei der Vatnajökull Gletscherwanderung gibt’s Spikes, Offroad Bus und diesen Weißblau Moment zwischen Eiswänden.
Svartifoss und Diamond Beach: Basaltsäulen, waagerechter Regen und labberige Pommes
Du kennst das bestimmt, wenn Island deine Pläne einfach wegweht. Statt Gletschertour gab es bei uns waagerechten Regen und Montagsmaler an beschlagenen Autoscheiben. Warum der Tag zwischen Basaltsäulen, funkelnden Eisbrocken und labberigen Pommes trotzdem genau richtig war, erfährst du hier.
Gischt, teure Snacks und weite Landschaft: Unser Roadtrip zum Seljalandsfoss
Stell dir vor, du stehst hinter einem gewaltigen Wasservorhang und plötzlich dreht der Wind. Du bist klatschnass, aber glücklich. Ich nehme dich mit zum Seljalandsfoss, erzähle dir vom Schreck um ein verlorenes Handy und warum 25 Euro im Supermarkt schneller weg sind, als du gucken kannst. Komm mit auf die wilde Seite Islands.
E-Roller, Keramik und die beste Zimtschnecke: So holst du alles aus deinem Tag in Reykjavík raus
Du planst deinen Island-Roadtrip? Egal ob Sonne oder Regen, nimm dir Zeit für Reykjavík. Ich zeige dir, wo du die schönste Keramik findest, wie du Architektur perfekt fotografierst und warum E-Roller die Rettung sind. Komm mit auf eine ehrliche Runde voller Zimtschneckenduft und Atmosphäre!










