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Großer Wasserfall Seljalandsfoss mit Menschen am Fuß des Falls in Island

Gischt, teure Snacks und weite Landschaft: Unser Roadtrip zum Seljalandsfoss

Stell dir vor, du stehst hinter einem gewaltigen Wasservorhang und plötzlich dreht der Wind. Du bist klatschnass, aber glücklich. Ich nehme dich mit zum Seljalandsfoss, erzähle dir vom Schreck um ein verlorenes Handy und warum 25 Euro im Supermarkt schneller weg sind, als du gucken kannst. Komm mit auf die wilde Seite Islands.

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Nach den ersten Stopps in Reykjavík lassen wir die Stadt hinter uns und steuern unser nächstes Ziel an: das Fosshotel Nupar. Es liegt mitten im Nirgendwo, und die Hoffnung fährt mit, dass wir genau hier – fernab der künstlichen Lichter – die ersten Polarlichter zu sehen bekommen. Ob der Plan aufgeht? Wir werden sehen.

Der Weg dorthin ist typisch Island: Ein wilder Wechsel aus prasselndem Regen und strahlendem Sonnenschein, während wir einige Stunden über die Insel rollen. Um die Reisekasse zumindest ein bisschen zu schonen, steuern wir einen Discounter an. Wir wollen uns mit Vorräten eindecken, doch schnell wird klar: „Günstig“ ist in Island ein dehnbarer Begriff.

Überlebenstipp: Das Snack-Budget

Island ist teuer, das ist kein Geheimnis. Aber wenn man wie wir etwas blauäugig in den Supermarkt marschiert, schluckt man bei der Abrechnung doch kurz. Die Auswahl ist deutlich beschränkter als zu Hause und für eine überschaubare Ausbeute aus etwas Obst, Schokolade und Chips wandern direkt 25 € über den Tresen. Echte Sparfüchse bringen sich Basics wie Tütensuppen oder die geliebte Schokolade wohl direkt von zu Hause mit. Wir gönnen uns den Luxus trotzdem und ziehen mit vollen Tüten weiter.

Nervenkitzel am Seljalandsfoss

Unser Weg führt uns zu einem der bekanntesten Wahrzeichen an der Ringstraße: dem Seljalandsfoss. Schon von Weitem ist der über 60 Meter hohe Wasserfall beeindruckend, ein gewaltiger weißer Vorhang, der in die Tiefe stürzt. Parken lässt es sich hier im Februar gut; es ist zwar einiges los, aber weit entfernt von „überlaufen“. Wir zahlen die Parkgebühr von etwa 12 € (die theoretisch für den ganzen Tag gilt) und machen uns auf den Weg zum Fuße des Giganten.

Doch bevor das Abenteuer richtig startet, folgt ein kurzer Schockmoment: Stellas Smartphone rutscht unbemerkt aus dem Regencape. In einem Land voller Wasser und Felsspalten eigentlich ein Todesurteil für die Technik. Doch wir haben Glück im Unglück: Eine quirlige, sichtlich begeisterte Touristin kommt uns entgegengesprungen und fragt, ob wir etwas vermissen. Die Erleichterung ist riesig – ohne Handy und Fotos wäre die Island-Erinnerung direkt mit einem faden Beigeschmack gestartet.

Einmal hinter den Wasservorhang

Das Besondere am Seljalandsfoss ist, dass man hinter die Wassermassen gehen kann. Ich zögere kurz, ob ich wirklich so nah ran muss, entscheide mich dann aber glücklicherweise für das volle Erlebnis. Kamera sicher verstaut, das Regencape über den Rucksack geworfen und los geht’s.

Ein wichtiger Rat an dieser Stelle: Pack unbedingt wasserfeste Kleidung ein. Du wirst hier garantiert nicht nur ein bisschen feucht, du wirst nass. Wir steigen eine kleine Treppe hinauf, balancieren über rutschige Steine und stehen plötzlich hinter diesem tosenden Koloss. Überall schwebt Gischt in der Luft, es ist eine völlig neue, fast surreale Erfahrung.

Gerade als wir denken, wir schaffen den Rundweg einigermaßen trocken, dreht der Wind. Aus feinem Sprühregen wird eine massive Breitseite kühles Nass. Innerlich verabschiede ich mich in diesem Moment von meinem Foto-Equipment, während wir die volle Ladung abbekommen. Ein echtes Abenteuer, das die Sinne wachrüttelt! Wer hierherkommt, sollte alles an Technik, was nicht unbedingt gebraucht wird, lieber im Auto lassen.

Ein kleiner Super-Fail am schwarzen Strand

Auf dem weiteren Weg unterläuft uns dann noch ein klassischer Island-Fail. Sicherlich hast du schon vom berühmten Black Sand Beach und den gefährlichen Sneaky Waves gehört. Nun ja, wir fahren quasi direkt daran vorbei. Wir besuchen zwar einen Strand mit schwarzem Sand, snacken dort eine Kleinigkeit (wieder mal teuer) und bestaunen die beeindruckenden Wellen und die Gischt.

Erst später merken wir: Wir sind am komplett falschen Strand gelandet. Wir stehen genau auf der anderen Seite der bekannten Felsformation, dort, wo es eben keine Sneaky Waves gibt. Beeindruckend ist die Kulisse trotzdem, aber der eigentlich geplante Spot bleibt uns an diesem Tag verwehrt. C’est la vie – oder wie man in Island wahrscheinlich sagt: Das Wetter und die Orientierung machen eh, was sie wollen.

Ankunft im Nirgendwo

Völlig durchnässt, aber happy, flüchten wir zurück ins Auto. Sitzheizung an, Fotorucksack auf, damit alles trocknen kann, und weiter geht die Fahrt. Der Seljalandsfoss ist ein großartiger Stopp für eine Durchreise, aber kein Ort für einen ganzen Tag – Island hat einfach zu viel mehr zu bieten.

Kurz vor dem Ziel halten wir in der kargen Landschaft noch einmal an. Ich möchte zum ersten Mal meine Drohne steigen lassen. Es gibt hier kein berühmtes Highlight, nur weite Ebenen und einen markanten Berg im Hintergrund. Aber genau das ist der Moment: „Florian, hier kannst du fliegen, hier passiert nichts.“ Ich nutze die Stille, um den Wind zu testen und meine eigene Nervosität an den Steuerknüppeln zu besiegen. Der Blick von oben auf diese unendliche Weite ist schlichtweg atemberaubend.

Gegen Nachmittag erreichen wir schließlich das Fosshotel Nupar. Die Begrüßung ist herzlich, die Architektur beeindruckend – jedes Zimmer hat eine eigene Terrasse, perfekt ausgerichtet für die nächtliche Jagd nach Polarlichtern. Nach einem kurzen Aufwärm-Nickerchen lassen wir den Abend entspannt ausklingen. Was für ein Start in die wilde Seite Islands! Wir sind bereit für alles, was noch kommt.


Reisezeitraum: Vom 21.02.2025 bis zum 02.03.2025, Tag 2 (22.02.2025)

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