
Von Núpar nach Flúðir wollten wir eigentlich nur fahren und hatten am Ende Wasserfall, Canyon und Flugzeugwrack dabei
Du bist auf der Strecke von Núpar nach Flúðir unterwegs? Dann gibt es ein paar Spots, die Du nicht einfach vorbeiziehen lassen solltest. Welche sich wirklich lohnen und wo wir uns verschätzt haben, liest Du im Beitrag.
Nach Polarlichtern, Gletscher und schwarzen Stränden mit Eisbrocken geht es für uns weiter Richtung Flúðir. Eigentlich ist das so ein Tag, an dem man vor allem von A nach B kommen will. In Island klappt das nur bedingt. Dafür steht zu viel am Straßenrand, das man nicht einfach links liegen lässt.
Genau das ist für mich einer der Gründe, warum Island so gut funktioniert. Selbst an Tagen, an denen man nur Strecke machen müsste, erlebt man unterwegs genug, um abends nicht das Gefühl zu haben, den halben Tag im Auto verbracht zu haben. Wir machen aus einem Fahrtag einen Erlebnistag. Strand, Canyon, Wasserfälle und ein Flugzeugwrack an nur einem Tag, ohne dass es in Stress ausartet. Die Fahrten dazwischen dauern meist nur 15 bis 90 Minuten. Das ist kurz genug, damit man wach bleibt für das, was draußen passiert.
Und draußen passiert ständig etwas. Rechts und links ziehen karge Flächen vorbei, irgendwo hängt noch Eis an den Felsen, dann kommt wieder Sonne, dann Schnee. Man sitzt im Auto und schaut einfach nur raus. Viel mehr braucht es in Island manchmal gar nicht.
Stopp 1: Fossálar Wasserfall






Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.
Nach dem Frühstück im Fosshotel Núpar fahren wir los und halten schon nach nicht einmal 15 Minuten am Fossálar Wasserfall. Wobei Wasserfall fast schon zu groß klingt. Es ist eher eine flache Kaskade, über die das Wasser mit ordentlich Druck läuft und dabei Gischt aufwirbelt.
Gerade das macht den Stopp aber gut. Man kommt ziemlich nah ran und steht nicht nur irgendwo auf Distanz vor einem Aussichtspunkt. Die Sonne kommt in dem Moment durch die dichte Wolkendecke und macht die sonst eher bräunliche Landschaft plötzlich fast golden. Wenn man mit Kamera unterwegs ist, bleibt man hier automatisch ein paar Minuten länger stehen.
Das ist genau so ein Stopp, den ich auf dieser Route mitnehmen würde. Kein großes Programm, kein Aufwand, aber direkt etwas, bei dem man merkt: Gut, dass wir hier nicht einfach vorbeigefahren sind.
Stopp 2: Die Steinformationen Dverghamrar




Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.
Danach geht es weiter zu den Dverghamrar. Die Felsformation ist durch Lava und Wasser entstanden und wirkt auf mich deutlich stärker als das Kirkjugólf Natural Monument. Man läuft hier nicht lange, ist aber schnell mitten drin.
Zwischen den Felsen merken wir auch, dass das Wetter langsam kippt. Es ist windig, kalt, und an einigen Stellen hängen schon Eiszapfen. Genau solche Stopps mag ich in Island. Nicht, weil man dort stundenlang beschäftigt ist, sondern weil man mit wenig Aufwand direkt in dieser Landschaft steht und sofort merkt, wie rau das hier teilweise ist.
Auch hier gilt: aussteigen, anschauen, ein paar Fotos machen, weiter. Wer keine langen Wanderungen einbauen will, bekommt trotzdem etwas zu sehen, das hängen bleibt.
Stopp 3: Der Fjaðrárgljúfur Canyon








Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.
Der nächste Stopp ist der Fjaðrárgljúfur Canyon. Wenn man auf der Strecke nach Flúðir etwas mitnehmen will, das schnell geht und trotzdem Eindruck hinterlässt, dann ist das hier ein ziemlich guter Kandidat.
Am Anfang des Canyons führt eine große Brücke über den Fluss. Dort starten wir auch die Drohne. Überraschend ist für mich vor allem das Schild, auf dem ausdrücklich steht, dass Drohnen hier erlaubt sind. Das hätte ich an so einem Ort nicht erwartet.
Danach laufen wir den schwarzen Fußweg aus zerkleinertem Vulkangestein entlang. Immer wieder geht der Blick runter in den Canyon, und an manchen Stellen ist man näher an der Kante, als man zuerst denkt. Es fängt dabei sogar leicht an zu schneien, und die ganze Landschaft bekommt noch mal einen anderen Look.
Das Gute hier ist: Man muss keinen halben Tag einplanen. Wenn man zügig geht, hat man das Wichtigste in ungefähr 30 Minuten gesehen. Parkplatz und Toilette gibt es auch. Für alle, die Island entspannt erleben wollen oder keine Lust auf große Märsche haben, ist das genau die Art Stopp, die den Tag besser macht.
Stopp 4: Sólheimasandur Flugzeugwrack



Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.
Nach einem Snack steht für uns nur noch ein Spot auf der Liste: das Sólheimasandur Flugzeugwrack. Bei dem Absturz ist damals zum Glück niemand ums Leben gekommen, sonst würde man sich auch irgendwie als „Gaffer“ vorkommen.
Das Problem ist der Weg. Vom Parkplatz bis zum Wrack sind es ungefähr fünf Kilometer hin und noch mal fünf zurück. Für unsere Gruppe ist das an diesem Tag einfach zu viel. Also schicken wir die Drohne los. Sie schafft es gerade so bis zum Wrack, fliegt eine kurze Runde und kommt wieder zurück. Nach 25 Minuten ist ein Akku leer.
So sehen wir das Wrack immerhin. Trotzdem bleibt das der eine Ort, bei dem ich im Nachhinein sage: Beim nächsten Mal würde ich mehr Zeit einplanen. Aus der Luft ist das interessant, aber direkt davorzustehen, das Wrack mal aus der Nähe zu sehen und den Weg dorthin bewusst zu machen, ist vermutlich noch mal etwas anderes.
Wenn man diesen Spot wirklich erleben will, sollte man den Fußmarsch einplanen und nicht einfach nebenbei noch mitnehmen wollen.
Warum diese Route nach Flúðir so gut funktioniert
Was diesen Tag für mich so stark macht: Die Stopps liegen alle so, dass man nicht das Gefühl hat, ständig Umwege oder halbe Wanderungen einbauen zu müssen. Man fährt, hält an, schaut sich etwas an, fährt weiter. Genau deshalb funktioniert diese Route auch für Leute, die nicht den ganzen Tag auf den Beinen sein wollen.
Ich finde, diese Stopps lohnen sich gerade für Reisende, die es etwas entspannter angehen müssen oder wollen. In besonderen Situationen, etwa in der Schwangerschaft, mit wenig Kondition oder einfach dann, wenn man keinen Tag für eine einzige Sehenswürdigkeit opfern will, ist das eine richtig gute Mischung. Die Orte sind schnell erreichbar, aber trotzdem nicht belanglos.
Und man hat am Ende eben nicht nur Strecke gemacht. Man war an einem Wasserfall, an Felsen, an einem Canyon und am Flugzeugwrack. Das ist schon eine Ansage für einen Tag, der eigentlich nur nach Flúðir führen soll.
Mit Vorbereitung wird so ein Tag noch besser
Bei uns kommt dazu, dass wir eine ziemlich engagierte Reisegruppe haben. Vor der Reise sucht jede Person ein paar Spots raus. Dadurch ist immer irgendetwas dabei, das nicht alle schon auf dem Schirm haben. Das macht den Tag automatisch besser, weil immer wieder jemand irgendwo steht und merkt: Damit habe ich jetzt nicht gerechnet.
Ich selbst bin an diesem Tag am meisten von dem Drohnenschild am Canyon überrascht, auf dem steht, dass es hier ausdrücklich erlaubt ist Drohne zu fliegen. Die Landschaft ist natürlich durchgehend stark, aber das ist in Island fast schon der Normalzustand. Wirklich neu sind oft eher die kleinen Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat.
Ankommen in Flúðir
Irgendwann kommen wir dann in unserer Ferienwohnung in Flúðir an. Das Apartment ist modern, wir sind platt und zufrieden, kaufen im örtlichen Supermarkt noch kurz etwas ein und merken erst dort, wie viel eigentlich in diesen Tag gepasst hat.
Für mich ist genau das die eigentliche Stärke dieser Etappe in Island: Man fährt nicht einfach nur nach Flúðir. Man nimmt unterwegs so viel mit, dass sich der Tag am Ende nach mehr anfühlt als nur nach Strecke. Und genau deshalb wäre es aus meiner Sicht ziemlich dumm, diese Stopps einfach auszulassen.
Reisezeitraum: Vom 21.02.2025 bis zum 02.03.2025, Tag 5 (25.02.2025)
Mehr Lust auf Island? Dann sieh Dir auch diese Beiträge an!
Von Núpar nach Flúðir wollten wir eigentlich nur fahren und hatten am Ende Wasserfall, Canyon und Flugzeugwrack dabei
Du bist auf der Strecke von Núpar nach Flúðir unterwegs? Dann gibt es ein paar Spots, die Du nicht einfach vorbeiziehen lassen solltest. Welche sich wirklich lohnen und wo wir uns verschätzt haben, liest Du im Beitrag.
Vier sehenswerte Spots an Islands Südküste für einen Tag
Du musst in Island nicht jeden Tag die ganz große Nummer planen. Manchmal reichen eine Gletscherwanderung, ein Kakao-Stopp und ein paar kleine Abzweige, die erst unscheinbar wirken und am Ende genau den Reiz ausmachen. Warum das so gut funktioniert, liest Du hier.
Vatnajökull Gletscherwanderung: Eisschluchten und Eiswände
Du willst in Island mal wirklich auf Eis stehen, ohne dass du dafür ein Fitnessmonster sein musst? Bei der Vatnajökull Gletscherwanderung gibt’s Spikes, Offroad Bus und diesen Weißblau Moment zwischen Eiswänden.
Svartifoss und Diamond Beach: Basaltsäulen, waagerechter Regen und labberige Pommes
Du kennst das bestimmt, wenn Island deine Pläne einfach wegweht. Statt Gletschertour gab es bei uns waagerechten Regen und Montagsmaler an beschlagenen Autoscheiben. Warum der Tag zwischen Basaltsäulen, funkelnden Eisbrocken und labberigen Pommes trotzdem genau richtig war, erfährst du hier.
Gischt, teure Snacks und weite Landschaft: Unser Roadtrip zum Seljalandsfoss
Stell dir vor, du stehst hinter einem gewaltigen Wasservorhang und plötzlich dreht der Wind. Du bist klatschnass, aber glücklich. Ich nehme dich mit zum Seljalandsfoss, erzähle dir vom Schreck um ein verlorenes Handy und warum 25 Euro im Supermarkt schneller weg sind, als du gucken kannst. Komm mit auf die wilde Seite Islands.
E-Roller, Keramik und die beste Zimtschnecke: So holst du alles aus deinem Tag in Reykjavík raus
Du planst deinen Island-Roadtrip? Egal ob Sonne oder Regen, nimm dir Zeit für Reykjavík. Ich zeige dir, wo du die schönste Keramik findest, wie du Architektur perfekt fotografierst und warum E-Roller die Rettung sind. Komm mit auf eine ehrliche Runde voller Zimtschneckenduft und Atmosphäre!




