
Krügers Hof wird zur nächsten Station unserer Tour de Landvergnügen
Du stehst mit dem Camper am Kartoffelacker, kaufst Nackensteaks im Hofladen und denkst kurz: Genau so darf Tour de Landvergnügen sein. Bis die Wasserpumpe aussteigt und der Abend doch anders läuft als geplant.






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Ein wenig erinnert der Hofladen von Krügers Hof an einen kleinen Westernshop. Draußen hängen kunstvolle Bretter mit dem Sortiment, eingebrannt und dunkel ausgemalt. Daneben steht der Name „Krüger’s Hof“. Genau hier melden wir uns für unseren nächsten Stellplatz an.
Wie auch bei den bisherigen Höfen werden wir herzlich begrüßt. Uns wird direkt angeboten, dass wir erst einmal den Stellplatz beziehen können, bevor wir in Ruhe durch den Hofladen gehen. Das nehmen wir gerne an, denn mit Camper, Baby und allem Drumherum ist es meistens entspannter, wenn man erst ankommt und danach einkauft.
Uns wird erklärt, wo wir stehen dürfen. Zu Fuß gibt es eine Abkürzung zum Platz. Ich fahre den Camper ungefähr 300 Meter über einen Feldweg, verpasse trotz Schild die Einfahrt zum Stellplatz und brauche entsprechend eine oder zwei Minuten länger. Stella, Emil und die Mutter des Landwirts stehen da schon längst am Platz.
Wir stehen direkt an einem riesigen Kartoffelacker. Hinter uns ein paar Bäume, daneben ein Haus am Hang, sonst ist hier nicht viel. Genau das macht es aus. Kein Trubel, kein enger Stellplatz, keine anderen Camper direkt nebenan. Man steht hier ziemlich mutterseelenallein am Feld und hat einfach Ruhe.
In zwei Jahren soll auf diesem Acker wohl wieder Raps angebaut werden. Dann dürfte dieser Platz noch einmal ganz anders wirken. Aber auch so passt er für uns ziemlich gut zu dieser Tour: Picknickdecke raus, Schatten suchen, Baby beschäftigen, kurz nichts müssen.
Hofladen, Grillgut und regionale Kleinigkeiten

Bevor wir unsere Lazy Time einläuten, geht es aber noch in den Hofladen. Wenn hier schon Schweine gehalten werden und wir direkt neben einem Kartoffelacker stehen, wollen wir auch etwas vom Hof auf den Grill legen.
Geplant sind eigentlich nur ein oder zwei schöne Nackensteaks. Wie so oft bleibt es natürlich nicht dabei.
Am Ende nehmen wir noch ein Bier aus der Gegend mit, einen etwas strengeren Käse, bei dem Stella später eher skeptisch ist, Eis aus der Region und einen Beißring für Emil mit Makramee-Schweineohren. Dazu kommt die Toilettennutzung inklusive Dusche, was sich später noch als wichtiger herausstellen soll, als wir zu diesem Zeitpunkt ahnen.
Der Hofladen ist nicht riesig, aber für diesen Stopp genau richtig. Man bekommt regionale Produkte, kann sich für den Abend eindecken und hat nicht das Gefühl, einfach nur irgendwo zu übernachten.
Erst Ruhe am Feld, dann Stress mit der Wasserpumpe
Zurück am Camper breiten wir uns aus. Wir liegen zwei bis drei Stunden in der Sonne, Emil ist dabei, die Picknickdecke liegt am Feldrand und erstmal passiert einfach nicht viel. Das klingt unspektakulär, ist aber nach ein paar Tagen unterwegs ziemlich gut.
Im Laufe des Nachmittags merken wir, dass unsere Frischwasserpumpe den Geist aufgegeben hat. Kein Wasser am Waschbecken, kein Spülen in der Toilette, kein Geschirrwaschen in der Küchenzeile. Für einen Camper-Alltag ist das ziemlich ungeil.
Wir probieren herum, überlegen, woran es liegen könnte, und irgendwann findet Stella heraus, dass kurz vor unserem nächsten Stopp ein WoMo-Doc liegt, der uns vielleicht helfen kann. Trotzdem kippt die Stimmung erst einmal. Wir sehen unsere Tour de Landvergnügen schon wackeln, sind genervt und Emil spürt unseren Stress wahrscheinlich auch.
Zum Glück hat der Hof sehr gepflegte Duschen. Und das klingt vielleicht banal, aber nach so einer Dusche ist meistens nicht alles gelöst, nur eben etwas weniger schlimm.
Abendessen aus der Tour de Landvergnügen
Als Emil schläft, kümmern wir uns um unser Abendessen. Es gibt Nackensteaks vom Hof, Kartoffeln aus dem Omnia und Pesto. Fast alles ist unterwegs auf unserer Tour zusammengekommen. Das ist nur eine kleine Sache, aber irgendwie macht es uns trotzdem ein bisschen stolz.
Nicht groß geplant, nicht vorher im Supermarkt durchgetaktet, sondern unterwegs eingesammelt: hier Fleisch, dort Kartoffeln, irgendwo ein Bier, ein paar regionale Kleinigkeiten. Genau das mögen wir an dieser Art zu reisen.
Nachdem wir gegessen haben, setzen wir uns mit Babyphone und Klappstühlen an den Acker. Die Sonne geht langsam unter, der Tag wird ruhiger und die kaputte Wasserpumpe ist zumindest für den Moment nicht mehr ganz so präsent.
Ein Gespräch über Landwirtschaft, Technik und Kostendruck
Als wir eigentlich schon wieder reingehen wollen, kommt der Landwirt mit seinem Hund vorbei. Er war tagsüber unterwegs, sonst hätte er uns wahrscheinlich früher begrüßt. So entsteht aber genau zur richtigen Zeit noch ein Gespräch, das diesen Stopp für uns besonders macht.
Er ist super freundlich, nahbar und erzählt offen aus seinem Alltag. Wir können viele Fragen stellen: zur Technik, zur Bestellung der Felder, zu Maschinen, zu Herausforderungen in der Landwirtschaft und zu den kleinen Entscheidungen, die am Ende einen Unterschied machen.
Besonders hängen bleibt mir, wie viel Einfluss scheinbar kleine Nuancen haben können. Zum Beispiel, mit wie viel Überschneidung Bahnen auf dem Feld abgefahren werden. Von außen klingt das erst einmal nach einer technischen Kleinigkeit. Im Gespräch wird aber klar, dass genau solche Details Kosten sparen oder steigern können. Und dass Landwirte an vielen Stellen unter Druck stehen, die man als Außenstehender kaum sieht.
Auch beim Thema Kartoffeln lernen wir etwas dazu. Mir war nicht bewusst, dass Kartoffeln nicht nur für Lebensmittel wichtig sind, sondern auch außerhalb davon genutzt werden, zum Beispiel als Stärke in der Kleidungsindustrie. Dort ist es dann nicht so entscheidend, ob eine Kartoffel grüne Stellen hat. Ganz anders sieht es aus, wenn sie später als Lebensmittel auf dem Teller landen soll.
Zwischendurch schnüffelt der Hund an unseren Fingern, läuft mal Richtung Feld und ist dabei komplett entspannt. Das Gespräch bleibt locker, aber genau dadurch bleibt es hängen. Keine Hof-Führung mit Programm, sondern einfach ein Austausch am Abend, direkt am Feld.
Unser Eindruck von Krügers Hof
Krügers Hof ist für uns kein Stopp, an dem viel passiert, zumindest nicht im klassischen Sinne. Der Reiz liegt eher in der Lage und in der Ruhe. Man steht wirklich allein am Feld, kann die Picknickdecke ausbreiten, den Nachmittag langsam werden lassen und sich im Hofladen mit Dingen für den Abend eindecken.
Für alle, die mit dem Camper einen ruhigen Landvergnügen-Stellplatz suchen, passt das hier gut. Besonders dann, wenn man nicht erwartet, dass ständig etwas geboten wird. Der Platz funktioniert gerade deshalb, weil hier nicht viel ist.
Unser Wasserpumpen-Problem gehört zu diesem Tag dazu, aber es steht nicht für den Hof. Es ist eher der Teil, der zeigt, wie schnell so ein entspannter Camper-Tag kippen kann. Erst liegt man noch in der Sonne am Kartoffelacker, zwei Stunden später denkt man darüber nach, ob die Tour vielleicht früher endet als geplant.
Am Ende bleibt Krügers Hof für uns trotzdem positiv hängen. Wegen der Ruhe. Wegen der Dusche, die genau im richtigen Moment kommt. Wegen des Abendessens am Camper. Und wegen des Gesprächs mit dem Landwirt, das uns wieder einmal zeigt, dass hinter so einem Hof deutlich mehr steckt als ein schöner Stellplatz und ein gut sortierter Hofladen.
Reisezeitraum: Vom 25.04.2026 bis zum 03.05.2026, Tag 3 (27.04.2026)
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