
Tour de Landvergnügen: Unser Stellplatz auf dem Gerkenhof Mertens Mützen direkt bei den Wasserbüffeln
Du stehst mit dem Camper auf einem alten Hof bei Clenze, direkt neben Wasserbüffeln, kaufst dein Abendessen im Hofladen und merkst nebenbei, wie wenig man eigentlich über Landwirtschaft weiß. Genau deshalb bleibt dieser Stopp hängen.






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Wir sind derzeit auf Hof-Hopping unterwegs. Unsere eigene kleine Tour de Landvergnügen durch Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Acht Höfe stehen auf unserem Plan, dazu alles, was uns dazwischen spontan einfällt.
Von unserer ersten Station, dem Erlebnishof Lahmann, geht es nach dem Frühstück weiter Richtung Clenze. Genauer gesagt nach Mützen zum Gerkenhof Merten.
Die Anfahrt passt schon ziemlich gut zu dem, was man bei Landvergnügen im Kopf hat. Enge Straßen, alte Höfe, kleine Orte und viel Gegend, durch die man sonst wahrscheinlich nie fahren würde. Wir rollen eine ganze Zeit durch Niedersachsen, schauen aus dem Fenster und landen schließlich auf dem Hof.
Dort orientieren wir uns kurz, bevor Stella die möglichen Stellplätze gezeigt bekommt. Mein Favorit steht allerdings ziemlich schnell fest: direkt an den Wasserbüffeln.
Stellplatz auf dem Gerkenhof Merten: Wasserbüffel oder Obstgarten?

Die Stellplätze auf dem Gerkenhof Merten haben alle etwas für sich. Einer liegt im Garten zwischen alten Apfelbäumen. Das ist wahrscheinlich der Platz mit etwas mehr Foto-Potenzial, wenn man genau darauf aus ist. Ein anderer liegt weiter hinten bei den Kühen. Von dort soll man den Sonnenaufgang gut sehen können.
Wir entscheiden uns trotzdem für den Platz bei den Wasserbüffeln. Denn so oft steht man mit dem Camper nicht direkt neben Wasserbüffeln.
Bevor wir uns einrichten, zeigt Frauke uns noch den Hof. Später dürfen wir auch selbst ein wenig herumlaufen. Das fühlt sich angenehm unkompliziert an. Nicht wie eine Führung, nicht wie ein Show-Hof. Eher wie ein Hof, auf dem gearbeitet wird und auf dem man als Gast ein Stück mitlaufen darf, wenn man sich vernünftig verhält.
Der Gerkenhof selbst macht den Stopp für uns besonders. Alte Ziegelsteingebäude, Fachwerk, ein Garten mit altem Obstbaumbestand und diese gewachsene Hofstruktur, die man nicht künstlich bauen kann. Es sieht nicht aus wie eine Kulisse. Es ist einfach ein alter Hof.
Zwischen Ferkeln, Kühen und Wasserbüffeln

Einige Tiere auf dem Hof haben Namen. Da ist zum Beispiel Damian, der Bulle, der uns später beim Abendessen beobachtet. Hinter dem Haus sind kleine Ferkel. Und direkt bei unserem Camper stehen die Wasserbüffel.
Solche Höfe bringen bei mir immer zwei Dinge gleichzeitig zusammen. Einerseits steht man da und findet die Tiere spannend, teilweise auch ziemlich süß. Andererseits merkt man wieder, dass viele Tiere auf einem Hof nicht einfach nur da sind, weil sie so niedlich sind. Sie sind Teil eines landwirtschaftlichen Betriebs. Am Ende geht es auch um Fleisch, Wurst, Eier und andere Produkte, die wir kaufen und essen.
Das ist kein großer moralischer Vortrag. Aber so ein Aufenthalt schiebt einem den Gedanken schon wieder etwas näher ran. Wir essen diese Produkte jeden Tag und wissen trotzdem oft erstaunlich wenig darüber, wo sie herkommen und wie viel Arbeit dahintersteckt.
Wasserbüffel füttern: ein Apfel und fast 1000 Kilogramm Tier
Bevor Emil ein wenig den Boden erkundet, erklärt Frauke uns noch, wie wir die Wasserbüffel füttern können. Den Apfel soll man nicht einfach nur hinhalten. Man muss ihn dem Tier eher richtig in den Mund schieben, sonst nimmt es ihn nicht.
Das klingt erstmal einfach. Bis vor einem ein fast 1000 Kilogramm schwerer Wasserbüffel steht.
Emil schaut sich das alles sehr genau an. Wir laufen später noch einmal selbst über den Hof und zeigen ihm die Tiere. Er bekommt die Augen kaum davon weg. Für uns ist das einer der Gründe, warum Landvergnügen mit Kind gut funktioniert. Es braucht kein großes Programm. Ein Hof, ein paar Tiere, etwas Zeit. Reicht völlig.
Was wir auf dem Gerkenhof über Landwirtschaft mitnehmen

Später bekommen wir von Heiko noch ein paar Einblicke in den Hofalltag. Es geht um Regularien, Futtermittel, Saatgut und darum, dass Landwirtschaft nicht nur bedeutet, Tiere zu halten oder Getreide anzubauen.
Ein Punkt bleibt bei mir hängen: Landwirte kümmern sich auch um Landschaftspflege. Hier passiert mehr als nur „hier stehen Tiere und dort wächst etwas“. Es werden Bäume gepflanzt, Wiesen gepflegt, Flächen bewirtschaftet und erhalten.
Das macht das Bild von Landwirtschaft für mich etwas größer. Wenn man es nur auf Kühe, Felder und Ernte reduziert, greift das zu kurz. Hinter den Lebensmitteln, die wir jeden Tag essen, stehen Menschen, Vorschriften, Entscheidungen und Arbeit, die man als Außenstehender kaum sieht.
Hofladen, Grillabend und Kartoffelsalat am Camper

Am frühen Abend lasse ich noch die Drohne steigen, natürlich erst nach vorheriger Erlaubnis. Danach gehen wir in den Hofladen. Wir kaufen Würstchen, Kartoffeln, Salami, Hackfleisch und Eier. Alles vom Hof.
Danach quatschen wir noch ein wenig mit Frauke und gehen zurück zum Camper. Die Sonne fällt langsam zwischen den Obstbäumen durch. Ich hole die Kamera raus und mache noch ein paar Fotos.
Am Abend gibt es warmen Kartoffelsalat, Bratwürstchen und etwas Brot vom Vortag, das wir noch auf den Grill legen. Kein großes Menü, aber genau das, worauf wir an so einem Abend Lust haben.
Damian steht in der Nähe und beobachtet uns beim Essen. Ob er wirklich uns meint oder einfach nur schaut, was da los ist, weiß ich nicht. Es fühlt sich jedenfalls so an, als würden wir nicht ganz unbeobachtet essen.
Praktische Tipps für den Gerkenhof Merten mit Camper
Wenn mehrere Plätze frei sind, kann man vor Ort offenbar mitentscheiden, wo man stehen möchte. Der Platz direkt an den Wasserbüffeln ist besonders, weil man wirklich nah an diesen Tieren steht. Der Platz zwischen den Obstbäumen ist vermutlich etwas ruhiger und fotografisch stärker. Wer morgens gerne früh rausgeht, sollte auch den Bereich bei den Kühen im Kopf behalten. Von dort soll man den Sonnenaufgang gut sehen können.
Was für uns außerdem praktisch ist: Wir dürfen Toilette und Dusche mitbenutzen. Das ist bei Landvergnügen nicht immer so und macht den Aufenthalt natürlich entspannter.
Bei Drohnenaufnahmen sollte man vorher fragen. Gerade auf einem aktiven Hof mit Tieren ist das aus meiner Sicht Pflicht und keine Nettigkeit.
Ansonsten gilt hier, was bei solchen Höfen eigentlich immer gilt: Nicht einfach konsumieren und wieder fahren. Fragen stellen, zuhören, respektvoll mit Menschen und Tieren umgehen. Dann nimmt man von so einem Stopp deutlich mehr mit als nur eine Nacht auf einem Stellplatz.
Abschied vom Gerkenhof und weiter zum nächsten Hof
Am nächsten Morgen packen wir unsere Sachen zusammen und wollen noch einen letzten kleinen Rundgang über den Hof machen. Dabei treffen wir Heiko noch einmal, der uns noch etwas über Futtermittel und Saatgut erzählt.
Dann wird Emil wieder müde und für uns heißt es: weiter zum nächsten Hof.
Unser nächster Stopp ist Krüger’s Hof, etwa 30 Minuten entfernt.
Reisezeitraum: Vom 25.04.2026 bis zum 03.05.2026, Tag 2 (26.04.2026)
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