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Erwachsener mit Kleinkind in der Trage beobachtet Flamingos im Zoo Osnabrück

Zoo Osnabrück mit kleinen Kindern: Unser Erfahrungsbericht

Drei Stunden im Zoo Osnabrück reichen uns mit zwei kleinen Kindern völlig. Wir lassen den Lageplan weg, bleiben bei Giraffen, Dinosauriern und einem ziemlich properen Schwarzbären hängen und merken: Ein Zoobesuch muss mit Einjährigem weder komplett noch besonders pädagogisch wertvoll sein.

Für diesen Samstag sind eigentlich deutlich über 30 Grad angekündigt. Stattdessen stehen wir morgens bei bewölktem Himmel vor dem Zoo Osnabrück und haben ziemlich gute Bedingungen erwischt. Es ist angenehm warm, kaum etwas los und vom Parkplatz laufen wir vielleicht zwei Minuten bis zum Eingang.

Wir sind zu viert unterwegs: Niko mit seiner gut dreijährigen Tochter Eleni und ich mit Emil, der gerade etwas über ein Jahr alt ist. Es ist unser erster gemeinsamer Ausflug nur mit Vätern und Kindern und ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass das Ganze etwas chaotischer wird.

Wird es aber nicht.

Morgens in den Zoo Osnabrück

Wir fahren gegen acht Uhr los. Das liegt ziemlich genau in Emils morgendlichem Schlaffenster und normalerweise funktioniert Schlafen im Auto gut. Diesmal eher so mittel. Fremdes Auto, andere Menschen und ein ungewohnter Schlafplatz sorgen vermutlich dafür, dass aus seinen üblichen ungefähr 90 Minuten nur eine halbe Stunde wird.

Am Zoo angekommen finden wir dafür direkt einen Parkplatz und stehen kurz darauf am Eingang. Hinter dem Drehkreuz sehen wir Flamingos und ein paar Affen.

Mein erster Eindruck? Ganz gut. Aber es ist eben erst einmal ein Zooeingang.

Takamanda: Der für mich schönste Bereich im Zoo

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Irgendwann kommen wir in die Afrika-Tierwelt Takamanda. Der Bereich wurde 2010 eröffnet und ist für mich der Teil des Zoos, der am meisten heraussticht.

Man läuft vorher über die normalen, größtenteils beschatteten Wege und kommt dann durch eine kleine Pforte auf den Rundweg. Rechts und links stehen teilweise meterhohe Pflanzen, die Wege verlaufen ziemlich kurvig und zwischendurch geht es immer wieder über Holzbohlen.

Dadurch wirkt das Areal fast in sich abgeschlossen.

Wir sehen Giraffen, Zebras, Affen und verschiedene andere Tiere. Dazwischen liegen Spielbereiche und kleinere Wege, teilweise können die Kinder sogar über kleine Trampelpfade durch die Büsche laufen. Das ist wirklich schön gemacht und man hat fast schon vergessen, wo man ist.

Besonders gut gefällt mir ein Aussichtsturm an der Schimpansenanlage. Ein paar Treppen nach oben und man steht zwischen der ganzen Vegetation etwas erhöht über dem Gelände. Von dort schaut man über das Gehege hinaus in die Landschaft und bekommt tatsächlich ein bisschen dieses Afrika- oder Savannen-Gefühl.

Oben steht außerdem ein Fernglas, das man einfach benutzen kann. Ohne Münzeinwurf. Eigentlich eine Kleinigkeit, aber ich finde das erstaunlich erfrischend. Man hat schließlich schon Eintritt bezahlt und muss nicht für 30 Sekunden Aussicht noch einen Euro irgendwo reinwerfen.

Für den Rundweg brauchen wir bestimmt eine halbe Stunde oder etwas länger. Wir bleiben aber auch immer wieder stehen und schauen uns irgendetwas an.

Und dann sind da überall Dinosaurier

Nahaufnahme des Kopfes einer lebensgroßen Dinosaurierfigur zwischen Bäumen im Zoo Osnabrück

Die Dinosaurier habe ich vorher überhaupt nicht auf dem Schirm.

Die ersten stehen schon ziemlich nah am Eingang: ein paar Raptoren, Eier und kleinere Figuren. Nebenan gibt es ein Dino-Museum und ich denke zunächst: Oh, guck mal, ist ja ganz witzig. Ich denke, dass es eine kleine Installation ist, nichts großes, aber für diesen Ausflug sind die Dinosaurier ein wiederkehrendes Motiv.

2026 stehen im Zoo Osnabrück insgesamt 22 lebensgroße Dinosaurierfiguren verteilt über das Gelände. Einige bewegen sich und machen Geräusche. Und die Teile sehen überraschend gut aus. Nicht wie irgendein billiger Kram, den man da mal eben hingestellt hat.

Irgendwann stehen wir vor einem gepanzerten Dinosaurier mit einer Keule am Schwanz. Man kann ziemlich nah rangehen und sieht erst dann richtig, wie detailliert die Figuren gemacht sind.

Vor allem merkt man irgendwann, dass sich dieses Thema durch den ganzen Zoo zieht. Beim Weiterlaufen hört man aus dem Gebüsch schon wieder irgendein Geräusch und schaut automatisch, wo der nächste Dinosaurier steht. Hier einer zwischen den Pflanzen, ein Stück weiter ein Flugsaurier.

Irgendwann sucht man fast schon danach. Das ist eine Dramaturgie, die dieser Zoo geschaffen hat. Das kann nicht jeder.

Eleni sind die großen Figuren dagegen nicht ganz geheuer. Ob es die Größe oder die Geräusche sind, kann ich nicht sagen, aber an einigen laufen wir relativ zügig vorbei.

Emil ist ziemlich unbeeindruckt. Der hängt vorne bei mir in der Trage, guckt sich das alles an und denkt sich vermutlich seinen Teil.

Bei mir sorgt das Ganze dagegen kurz dafür, dass ich mir vorstelle, wie Emil später vielleicht selbst mal so ein kleiner Dinosaurier-Fan wird.

Was hat ein Einjähriger eigentlich von einem Zoobesuch?

Ich glaube nicht, dass Emil irgendwann zu mir sagt: „Papa, weißt du noch, als wir mit einem Jahr und einem Monat im Zoo Osnabrück waren?“

Und ich würde auch nicht behaupten, dass er akut wahnsinnig viel davon hat, einen Schwarzbären, Zebras oder Dinosaurier zu sehen.

Er hat aber einfach einen guten Vormittag.

Wir sind draußen, unterwegs, die Stimmung ist entspannt und er kann aus der Trage alles beobachten. Er freut sich, schaut nach links und rechts und ist eigentlich die ganze Zeit zufrieden.

Aber ganz ehrlich: Die gute Zeit hätte er wahrscheinlich auch in einem Park, immerhin ist er erst knapp über einem Jahr alt.

Für mich muss sich so ein Ausflug mit einem einjährigen Kind nicht dadurch rechtfertigen, dass das Kind möglichst viel „davon hat“. Wenn wir Eltern Lust auf einen Zoo haben, rauskommen, etwas unternehmen und das Kind dabei zufrieden ist, reicht das für mich völlig.

Dazu kommt: Emil zahlt mit seinem Alter noch keinen Eintritt.

Mit Kinderwagen funktioniert der Zoo ziemlich gut

Erwachsener schiebt einen Kinderwagen über einen breiten Holzweg im Zoo Osnabrück

Die Wege im Zoo sind größtenteils breit und der Untergrund ist vernünftig. Wir haben einen Kinderwagen dabei und kommen damit überall problemlos zurecht.

Ich trage Emil trotzdem fast die ganze Zeit vorne und habe hinten noch meinen Rucksack drauf. Geschwitzt habe ich entsprechend ordentlich.

Ich würde aber weder grundsätzlich zur Trage noch grundsätzlich zum Kinderwagen raten. Beides funktioniert hier gut.

Wenn Kinderwagen irgendwo nicht mit hineingenommen werden sollen, gibt es entsprechende Abstellplätze. Dazu kommen Picknickmöglichkeiten, Wickelstationen und Spielplätze für kleinere und größere Kinder.

Gerade die Spielplätze sehen teilweise wirklich gut aus. Viel Holz, Klettermöglichkeiten und passend zur jeweiligen Gestaltung des Bereichs.

Wir nutzen sie trotzdem kaum.

Eleni möchte lieber Tiere sehen und irgendwann auch wieder nach Hause. Und weder Niko noch ich sind unbedingt die Typen, die jetzt noch zwei Stunden auf einem Spielplatz sitzen müssen, nur weil einer da ist.

Wer das möchte, kann hier aber problemlos einen deutlich längeren Tag verbringen als wir.

Stullen gehören für mich irgendwie zum Zoo dazu

Wir haben absurd viel Essen dabei.

Kleine Wiener Würstchen, Käsewürfel, Obst, Croissants, Stullen mit frischem Brot, Butter und Aufschnitt. Ich habe sogar Energy Drinks eingepackt. Stella hat unsere Lunchboxen vorher ordentlich gefüllt und auch Niko und Eleni sind bestens ausgestattet.

Irgendwann hängt Emil vorne bei mir in der Trage, schaut nach vorne und bekommt von Papa immer mal wieder ein Stück Brot an den Mund gehalten, damit der kleine Mann nicht verhungert.

Nicht nur, weil man mit eigenem Proviant viel flexibler ist und nicht erst an irgendeiner Imbissbude auf Pommes warten muss. Sondern auch, weil ich das selbst aus meiner Kindheit kenne.

Ich bin früher öfter mit meiner Oma im Zoo Münster. Und da gehört genau das dazu: Stullen, Obstsalat, eigenes Essen und vielleicht irgendwann noch ein Eis. Ich will da gar nicht zu nostalgisch werden, aber es ist für mich einfach ein Familiending. Vielleicht ist es auch eine kleine Tradition, die man so weitergeben kann.

Ein Schwarzbär wie Balu

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Natürlich sehen wir an dem Vormittag auch jede Menge Tiere. Besonders cool finde ich einen Schwarzbären.

Der läuft ziemlich gemütlich durch sein Gehege, schaut in eine Hängematte, als würde er überprüfen, ob dort vielleicht noch etwas zu snacken liegt, und zieht dann weiter. Der Bär ist wirklich proper und gut genährt und ich muss unweigerlich an Balu aus dem Dschungelbuch denken.

Ein Stück weiter kommen wir später durch Kajanaland. Dort lebt Taps, ein Hybrid aus Braun- und Eisbär.

Wir laufen über einen erhöhten Holzweg und sehen von oben, wie der Bär gerade ins Wasser geht und dort einfach eine Weile am Wasserfall badet – und wer jetzt eine Werbung im Ohr hat: Gern geschehen.

Drei Stunden reichen uns völlig

Wir kommen ungefähr gegen 9:15 Uhr am Zoo an und verbringen rund drei Stunden dort.

Wir sind irgendwann gesättigt von den Eindrücken. Eleni hat unter anderem ihre Elefanten und Löwen gesehen, Emil wird langsam wieder müde und wir gehen Richtung Ausgang.

Zum Abschluss bekommen beide noch ein Kuscheltier, weil es für Eleni und Emil der erste Zoobesuch ist. Eleni sucht sich einen Flamingo aus und für Emil einen kleinen Löwen.

Dann stehen wir wieder am Auto.

Niko hat Eleni schon vor der Abfahrt zu Hause gefragt, ob sie noch einmal auf Toilette muss.

Nein.

Fünf Minuten später im Auto natürlich doch.

Im Zoo fragt er sie anschließend regelmäßig. Immer nein.

Und selbstverständlich kommt das nächste „Ich muss aufs Klo“ genau in dem Moment, in dem wir wieder auf dem Parkplatz stehen und definitiv keine Toilette mehr in der Nähe ist.

Die beiden lösen das ziemlich souverän mit einem Töpfchen, einer Tüte und einer Windel zum Aufsaugen.

Ich finde die Situation ehrlich gesagt hauptsächlich deshalb amüsant, weil ich noch nicht der Vater bin, der das Problem lösen muss.

Lohnt sich der Zoo Osnabrück mit kleinen Kindern?

Für uns auf jeden Fall.

Ich bin normalerweise jemand, der gerne einen Lageplan in der Hand hat und anschließend möglichst alles abhaken möchte. Diesmal haben wir nicht einmal einen.

Ich habe keine Erwartung im besten Sinne.

Wir müssen keine bestimmte Anzahl an Tieren sehen, keine komplette Route ablaufen und nicht jeden Spielplatz ausprobieren. Wir laufen einfach los und bleiben dort stehen, wo wir gerade Lust darauf haben.

Gerade Takamanda und die Dinosaurier gefallen mir richtig gut. Dazu kommen breite Wege, viele Möglichkeiten für Kinder und eine Gestaltung, bei der ich an keiner Stelle denke, dass der Zoo irgendwie in die Jahre gekommen ist.

Wir zahlen 26 Euro pro Erwachsenem und verbringen ungefähr drei Stunden dort. Für mich passt das absolut.

Wir haben für weniger schon mehr ausgegeben.

Wenn ich mit kleinen Kindern noch einmal hinfahre, würde ich es ähnlich machen: morgens starten, möglichst einen bewölkten beziehungsweise nicht brutal heißen Tag erwischen, eigenes Essen mitnehmen und nicht versuchen, den kompletten Zoo abzuarbeiten.

Für uns reichen diese drei Stunden völlig. Wer die Spielplätze stärker nutzt, zwischendurch ausführlich isst oder wirklich jeden Bereich sehen möchte, kann dort aber ohne Probleme deutlich länger bleiben.

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