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Verschneiter Berggipfel mit vorgelagerten Graten und Wolkenschatten, gesehen vom First bei Grindelwald

Lohnt sich die Gondelfahrt zum First Cliff Walk in Grindelwald?

Für den First Cliff Walk in Grindelwald nehmen wir die Gondel. Der Gitterweg an der Felswand kostet nichts, die Fahrt nach oben dafür ordentlich. Lohnt sich das für einen kurzen Ausflug? Wir sind mit Emil im Februar dort und lassen die zusätzliche Wanderung bewusst aus

Mit der Gondel auf den First in Grindelwald

Zwei Gondelkabinen unter Schienen und großen Rollen in einer Station der Firstbahn in Grindelwald

Für uns geht es hoch hinaus: Wir sind unterwegs nach Grindelwald und wollen auf den First. Die Gondelfahrt ist preislich nicht ganz ohne, aber wir wollen unbedingt auf den First Cliff Walk. Der selbst kostet keinen Eintritt. Wer zu Fuß hochkommt, spart sich also die Bergbahn. Wie sich dieser Aufstieg anfühlt, erfahren wir heute allerdings nicht. Wir gönnen uns die Gondel.

Schon unten müssen wir etwas Geduld mitbringen. Selbst im Februar warten wir eine Weile, bis wir einsteigen können. Dann geht es bequem bergauf, vorbei an schneebedeckten Hängen und schroffen Felsen. Wir schauen aus dem Fenster und bestaunen die Berge.

Für Emil ist dieser Ausflug eine kleine Premiere: Zum ersten Mal geht es für ihn über die 2.000-Meter-Marke. Er sitzt in der Trage, schaut neugierig umher und strahlt die meiste Zeit über beide Backen. Wir behalten ihn besonders im Blick und sind bereit, jederzeit wieder herunterzufahren. Schließlich kann er uns noch nicht sagen, wenn ihm etwas nicht gut bekommt.

Wer selbst mit Baby in die Berge möchte, sollte sich vorher zu Höhe und raschen Höhenwechseln beraten lassen. Dass Emil bei unserem Ausflug zufrieden wirkt, ist unsere persönliche Erfahrung und keine allgemeine Empfehlung.

First Cliff Walk: Zweimal umdrehen, einmal durchgehen

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Oben sind wir mit unserer Ausflugsidee ziemlich offensichtlich nicht allein. Der First ist ein Publikumsmagnet, auch im Winter. Aber bei dieser Aussicht kann ich das verstehen. Schneeweiß, schroffer Fels und dazwischen gelbgoldenes Gras: Diese Kombination sieht schon ziemlich stark aus. Für Fotos lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Unser eigentliches Ziel ist aber der First Cliff Walk. Ein Gitterweg führt seitlich an der Felswand entlang. An manchen Stellen ragt der Fels so weit über den Weg, dass man sich darunter wegducken muss. Dazu kommt eine Hängebrücke mit ziemlich viel Nichts unter den Füßen.

Und ganz ehrlich? Beim ersten Versuch schaffe ich es nicht. Beim zweiten auch nicht.

Dabei kreisen meine Gedanken nicht nur um die Höhe. Was, wenn mir eine Kamera herunterfällt? Was, wenn ich irgendwo hängen bleibe? Wenn ich plötzlich nicht mehr weiterkann? Und kann ich mich dann überhaupt noch um Emil kümmern?

Ich kenne solche Situationen. Ich denke an die Alpenüberquerung mit meinem Freund Daniel und an eine steile Bergtour in Österreich. An Momente, in denen mein Kopf so dichtmacht, dass Weitergehen nicht mehr möglich ist. Genau dieses Gefühl möchte ich hier nicht schon wieder mit nach Hause nehmen. Zumal der Weg auf mich gut gesichert wirkt. Mein Kopf findet trotzdem genug Gründe, es nicht zu versuchen.

Wir legen unsere Sachen im Restaurant ab und stärken uns ein wenig. Danach will ich es noch einmal wissen. Die Kamera sitzt sicher am Handgelenk, die 360-Grad-Kamera ist bereit. Dritter Anlauf.

Über das Gitter, vorbei an den Felsen, unter dem Überhang hindurch. Gerade diese Stelle fühlt sich noch einmal rauer an, weil ich mich klein machen muss, während es neben mir in die Tiefe geht. Dann über die Hängebrücke. Und tatsächlich: Ich komme durch.

Für mich ist der Gang in nicht einmal zehn Minuten vorbei. Ziemlich kurz für etwas, das vorher so viel Platz in meinem Kopf einnimmt. Ich bin glücklich, dass ich mich noch einmal traue.

Sonne, Kaiserschmarrn und ein Berg mit bequemem Zugang

Danach sitzen wir auf der Sonnenterrasse, trinken ein Bierchen und essen Kaiserschmarrn. Mit so viel Sonne rechnen wir im Februar gar nicht. Jetzt bleiben wir einfach noch ein bisschen sitzen und genießen sie.

Trotzdem merke ich, dass mir bei solchen Ausflügen etwas fehlt. Wir steigen unten in eine Gondel, sind kurz darauf mitten in dieser Bergkulisse und fahren später wieder herunter. Die Aussicht ist geil, der Cliff Walk auch. Aber für mich fühlt sich das anders an als ein Ziel, zu dem ich selbst hinwandere. Eine gute Stulle nach zwölf Kilometern schmeckt eben noch einmal anders als ein gutes Essen nach einer Gondelfahrt.

Das macht den Ausflug nicht weniger schön. Gerade heute passt der bequeme Zugang für uns. Eine zusätzliche Wanderung lassen wir bewusst aus, weil wir erst einmal schauen möchten, wie Emil den Tag mitmacht.

Mein persönliches Fazit zur Gondelfahrt: Allein für einen kurzen Blick von oben wäre sie mir zu teuer. Zusammen mit dem Cliff Walk, der Sonne und der Zeit zu dritt lohnt sie sich für uns. Wer im Februar Ähnliches plant, sollte unten etwas Wartezeit einrechnen und überlegen, was er oben unternehmen möchte. Wir erleben den First als gut besuchtes Wintersport- und Ausflugsziel, nicht als stillen Rückzugsort.

Zurück zum Camper – mit Kuchen und kräftigem Käse

Wieder unten in Grindelwald holen wir auf dem Weg zum Camper noch Kekse und etwas Kuchen in einer Bäckerei. Dazu ein Kaffee, bevor wir zurück zu unserem Campingplatz am Thunersee fahren.

Unterwegs halten wir noch an einem Käseautomaten. Irgendwie habe ich bei solchen Automaten sofort das Gefühl, etwas besonders Authentisches zu kaufen. Ein Stück Schweiz direkt für den Camper.

Der Käse ist dann allerdings so kräftig, dass wir ihn nicht ganz herunterbekommen. Authentisch ist eben manchmal eine Erfahrung wert, trifft aber nicht unbedingt den eigenen Geschmack. Der Kaiserschmarrn hat es da deutlich leichter bei uns.


Reisezeitraum: Vom 05.02.2026 bis zum 14.02.2026

Begleite uns durch die Schweiz! Hier findest Du alle Beiträge des Roadtrips!

Verschneiter Berggipfel mit vorgelagerten Graten und Wolkenschatten, gesehen vom First bei Grindelwald

Lohnt sich die Gondelfahrt zum First Cliff Walk in Grindelwald?

Für den First Cliff Walk in Grindelwald nehmen wir die Gondel. Der Gitterweg an der Felswand kostet nichts, die Fahrt nach oben dafür ordentlich. Lohnt sich das für einen kurzen Ausflug? Wir sind mit Emil im Februar dort und lassen die zusätzliche Wanderung bewusst aus

Weißer Kastenwagen neben einem Wohnmobil und einem Wohnwagen unter kahlen Bäumen auf dem Campingplatz Alpenblick bei Interlaken.

Drei Nächte auf dem Campingplatz Alpenblick am Thunersee

Im Februar ist auf dem Campingplatz Alpenblick bei Interlaken kaum jemand da. Das Restaurant hat zu, einen offenen Campingladen finden wir auch nicht. Wir bleiben mit Emil drei Nächte und zahlen rund 35 Euro pro Nacht. Wie klappt unser erster Campingstopp in der Schweiz?

Metallsteg mit Gittergeländer an einer Felswand am First Cliff Walk vor verschneitem Bergpanorama

Mit Kind und Camper durch die Schweiz und mit der Bahn ab Chur in die Berge

Im Februar fahren wir mit Stella und Emil im Camper durch die Schweiz. Es ist Emils erster Roadtrip, mit Stopps am Thunersee, Ausflügen in die Berge und Übernachtungen am Rhein. Unsere Erfahrungen mit Kind und Camper erzählen wir nach und nach in den nächsten Beiträgen.

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